Von Jesus zu Christus

GA 69c/1913-11-15/p051 ·1913-11-15 · original (original)
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Wenn man also dem Christus entgegenkommen wird mit diesem geisteswissenschaftlichen Verständnis, das auch zum Verständnis seines historischen Wesens führt, so versteht man das Christus-Mysterium erst dann [vollständig], wenn man die geistige Schauung in ihrer historischen Notwendigkeit betrachtet, wenn man sie betrachtet als ein Ereignis jener Zeit in der menschheitlichen Entwicklung, die beim einzelnen Menschen mit dem fünfunddreißigsten Lebensjahre notwendig wird. Die Erkenntnis der geistigen Wesenheit des Christus wird die Geisteswissenschaft der Welt bringen können, und diese wird in dem rechten Augenblick kommen, weil die bloße Wissenschaft schon zu zweifeln begonnen hat, dass es einen historischen Jesus gab - und da wird die Geisteswissenschaft zu dem Christus führen. Wenn in diesem Sinne der Christus in seinem Zusammenhange mit der Menschheitsentwicklung verstanden wird, dann wird auch die Geschichte des historischen Jesus verstanden werden, und dann werden die Menschen an den Evangelien das haben, was nicht bloße historische Dokumente sind, sondern was sich in ihre Seelen ergießt. Und so werden sie durch das Nachfühlen dessen, was in den Evangelien und Briefen steht, die Möglichkeit haben, das zu finden, was in der Erdenaura seit dem Mysterium von Golgatha lebt.

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