XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?

GA 69d/1913-03-09/p007 ·1913-03-09 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Nun haben wir im Menschenleben etwas vor uns, was sich tatsächlich so verhält. Wer tiefer [darauf] eingeht, für den ist es nicht bloß Analogie, sondern Realität. Und — was dem Menschen so gegenübersteht, das ist tatsächlich die Gesamtnatur des Menschen selber. Denn was ist dieser schlafende Mensch, so wie er leiblich vor unseren Sinnen gegeben ist? Er ist, obwohl zwar äußerlich, substanziell von der Pflanze verschieden, innerlich von dem Wert einer Pflanze, die nur heraufkommt bis zum Leben zwar, aber nicht zum Bewusstsein, nicht einmal zu einem tierischen - also gleichsam eine Pflanze unter anderen Lebensbedingungen. Als Pflanzenwesen erscheint er uns gegenüber gewissen Kräften, die auf ihn wirken müssen [so], wie die Erde uns zur Sommerzeit erscheint, wenn die Sonne in einer gewissen Weise mit ihren Wärme- und Lichtkräften die Pflanzendecke hervorzaubert. Wir wissen auch, dass wir dann in den Schlaf sinken, wenn wir nach des Tages Arbeit unsere Kräfte ermüdet haben. Und wir wissen auch, dass der Schlaf den Sinn hat, dass die abgenutzten Kräfte [wieder erneuert] aus den Untergründen des Lebens heraus hervorgezaubert werden, denselben Prozess, wie wir ihn im Kosmos haben. Und man wird nach und nach sehen, wenn man von alten Denkgewohnheiten abgekommen ist, dass die Schlafenszeit nicht bloß als Analogie, sondern im realen Sinne des Wortes des Menschen Seelensommerzeit ist. Der Mensch erlebt seine Seelensommerzeit zwischen Einschlafen und Aufwachen. [...] Während des Wachzustandes werden durch des Tages Arbeit und die Anstrengung der Denk- und Seelenkraft des Menschen die pflanzlichen Hervorbringungen ausgetilgt. Verhält sich nicht der Wachzustand der Menschen so wie die Herbst- und Winterzeit, wo ausgetilgt wird von der Oberfläche der Erde, was während der Sommerzeit hervorgebracht worden ist? Die Wachenszeit ist die Seelenwinterzeit [des Menschen]. Das ist keine bloße Analogie. Es ist sehr leicht, die äußerliche Analogie so zu halten, dass man Ähnlichkeit findet, das ist sehr leicht zu machen. Aber das wäre eine äußerliche Betrachtungsweise.

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