XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?
Nun wirken immer viele Dinge gegen den Menschen, wenn er diese Welt im alltäglichen Leben zur Produktion zu bringen bemüht ist. Es ist begründet in seinem Wesen, wenn er in die Seelensommerzeit eintritt, dass der Mensch, wenn er ein tüchtiges Wesen im Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft haben will, also in der Winterzeit, gerade im Denken eine gewisse Seelenverfassung hat. Das darf nicht fehlen im äußeren Leben, sonst würde er sich als untüchtig erweisen. Und wir müssen Vertrauen haben zum Denken. Wir kommen wirklich nicht aus in der Welt, wenn wir als Ausgangspunkt nicht das Vertrauen, das heißt den Glauben haben, dass unser Denken uns führen kann, das heißt uns anvertrauen können dem Denken. Würde es wirklich Welten geben, in denen dies möglich [wäre] - bitte, sich den Zustand auszumalen -, es wäre so erschütternd, dass es alle Tüchtigkeit nehmen würde. Der Mensch ist angewiesen auf dieses Vertrauen, diesen Glauben, wohin er auch kommen mag mit seinem Denken. Nun hat aber alles seine Licht- und Schattenseiten. Wo wir aber das Licht brauchen, da kommt die Schattenseite nicht in Betracht.
Cite:
GA 69d/1913-03-09/p015 · edition original