XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?
Und hier [tritt] ein Ereignis [auf], das erschütternd [wirkt], weil es eines der ersten ist. Es kann [in veränderter Form auftreten], aber immer hat man es [mit Recht genannt]: das Herantreten bis an die Pforte des Todes. Der Mensch fühlt, wie wenn das, was er bisher sein Ich, seine Seele genannt hat, wie wenn das wie von einem Blitz durchfahren würde, wie wenn ihm das genommen würde. Alles, womit er sich verbunden glaubte, was er war, das ist jetzt wie von ihm losgelöst worden. Seine Eigenheit wird wie ein Wesen außer ihm, er steht sich gegenüber wie bisher nur einem Ding außer ihm. Geschildert ist das leicht, erlebt - gehört es zu den erschütterndsten Dingen, die erlebt werden können, denn es ist, wie wenn der Boden schwindet. Alles, was er bisher gedacht, gefühlt, empfunden hat, das gibt [der Mensch] mit weg. Das bringt ihn - wenn der Mensch sich die Fähigkeit erworben hat, dabei sich noch aufrecht zu halten, wenn er sich wie losgelöst von allem fühlt - wie über einen Abgrund, das erzeugt die Verstärkung eines Gefühls, das er bisher auch nur in geringem Maße hatte [und] das er nun kennenlernen muss: die Furcht vor dem Unbekannten.
Cite:
GA 69d/1913-03-09/p019 · edition original