XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?

GA 69d/1913-03-09/p029 ·1913-03-09 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Dazu ist zu sagen: Erstens hat Geisteswissenschaft nichts mit Religion zu tun, sondern sie ist, wie der Kopernikanismus, Weltanschauung. Keine Religion, die sich richtig versteht, wird durch die Geisteswissenschaft erschüttert. Aber Maeterlinck zeigt in seinem neuen Buche, wo er neben vielem anderen auch mit dieser modernen Geistesforschung rechnet, dass er nicht einsieht, wie sie auf ganz andere Weise zu ihren Ergebnissen gelangt als durch äußeres Erkennen. Daher findet er, dass keine Beweise gegeben seien. - Worin sollen denn diese Beweise bestehen? Gerade in solchen Maßnahmen, die abgelöst werden müssen, wenn der Mensch in die geschilderten Welten eintritt. Daher steht Maeterlinck diesen Tatsachen gegenüber, wie man bis vor kurzer Zeit der Quadratur des Zirkels gegenübergestanden hat. Bis vor kurzer Zeit hat sich fast jedes Jahr der Versuch, dass man wirklich einen Kreis in ein gleichflächiges Quadrat verwandeln kann, als nicht stichhaltig erwiesen. Die Pariser Akademie hat ergeben, dass dies zu nichts führen kann: Alles muss in den Papierkorb! Man habe nicht die viele Zeit, das alles durchzurechnen, und wenn sich wirklich einmal die Wahrheit dabei finde, so würde diese sich schon von selbst durchringen. Heute würde jeder ein Dilettant genannt werden, der sich noch mit der Quadratur des Zirkels beschäftigt, weil ja mit mathematischen Mitteln erwiesen ist, dass sie zu bemeistern nicht möglich ist. Und so muss man sagen, dass es heute unbedingt unsinnig ist, die Quadratur des Zirkels zu suchen. Geisteswissenschaft wird allerdings viel schneller beweisen können, dass man nichts anderes will, als auf anderem Gebiet die Quadratur des Zirkels zu suchen.

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