XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?

GA 69d/1913-03-09/p038 ·1913-03-09 · original (original)
Author: Rudolf Steiner
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Rudolf Steiner: [Es ist] nicht scharf ins Auge gefasst [worden], was heute, und auch sonst in den früheren Vorträgen gemeint ist, wenn von Hellsehen gesprochen wurde. [Es handelt sich] nicht so sehr [um einen] Zustand, sondern [um das] Ziel der Selbsterziehung der Seele. Vor allem geht die Geisteswissenschaft darauf hinaus, die Selbsterziehung so zu vollziehen, dass der Mensch imstande ist, das Nötige auch zu tun, so zum Beispiel das Auslöschen der Imagination — dass später erst die geistige Welt auftritt. Das Auslöschen kann nicht vollzogen werden durch anomale Spiegelbilder von inneren Eigenschaften, Halluzinationen, Visionen, Wahnvorstellungen. Inhalt der Geisteswissenschaft kann überhaupt nur dasjenige werden, was auf dem geschilderten Wege, wobei die Seele sich immer selber kontrolliert und kontrollieren kann, erreicht ist. Dann kann man allerdings ebenso gut von Hellfühlen und von Hellsehen reden, weil diese Ausdrücke hier alle nicht mehr zutreffen. Es ist, genau gesprochen, dann auch nicht Hellsehen, kein Sehen, sondern ein anderer seelischer Prozess. Aber weil Imagination [wirkt] wie [eine] Vorstellung, um das Physische zu erkennen, kann imaginatives Schauen immerhin genügend mit Hellsehen bezeichnet werden. Und [so] kann man immerhin auch von Hellfühlen sprechen. Hellsehen [ist aber] mehr treffend als das gewöhnliche Fühlen.

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Cite: GA 69d/1913-03-09/p038 · edition original