XIV. Wie kann man von übersinnlichen Welten wissen?
Rudolf Steiner: Wenn wir diese Frage eben doch beantworten wollen, so müssen wir sagen, dass zuerst einige Menschen da sein müssen, [um] in der übersinnlichen Welt zu forschen. Ebenso, wie [es] Maler [geben muss], wenn Bilder [gemalt werden sollen]. Aber wie [das] Verständnis der Bilder nicht auf die Maler beschränkt ist, so sind [auch] die Früchte der Geistesforschung nicht auf die Geistesforscher beschränkt. Ich betone es fast jedes Mal, wenn ich spreche, dass ich sage, dass man durch vorurteilsfreies Denken, wenn man sich nicht Hindernisse in den Weg legt, durch Nachdenken die Früchte [davon] haben kann. So ist der Prozentsatz der Geistesforscher und derer, die die Früchte genießen, nicht zu berechnen, wie [auch] nicht berechnet werden kann, wie viele Leute Stiefel machen und wie viele Stiefel anziehen und wissen, ob sie ihnen passen. So gibt es viele Seelen, die wissen, was sie an der Geistesforschung haben. In gewissem Sinn kann jeder ein Geistesforscher werden, wenn er [so] wie in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» vorgeht.
Cite:
GA 69d/1913-03-09/p046 · edition original