18. Der Ursprung des Bösen und des Übels im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 69d/1914-03-29/p011 ·1914-03-29 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Alles andere, was noch in großem Umfange angeführt werden könnte, würde von Neuem darlegen, dass die begriffliche, ideelle Philosophie bei der Erklärung des Bösen und der Übel versagt und diese Philosophie selber zu dem Eingeständnis kommt, es sei zurzeit unmöglich, der Lösung des Problems vom Bösen und den Übeln nahezukommen. Und solche Probleme werden einer Philosophie, die an das Gehirn als ihr Werkzeug gebunden ist, zu Grenzfragen ihres Erkenntnisgebietes; sie muss ja von ihrem Standpunkt zu dem Ergebnis kommen, dass die menschliche Erkenntnis grundsätzlich ihre Grenzen habe. Demgegenüber aber muss darauf hingewiesen werden, dass die Erkenntniskraft des Menschen eine Entwicklung durchmacht, die ja nach seiner eigenen Anstrengung beschleunigt und vertieft werden kann. Wenn dies geschieht und mit den Mitteln der Geisteswissenschaft an das Problem des Bösen herangetreten wird, so ergibt sich eine höchst merkwürdige Lösung, die zunächst paradox erscheinen mag.

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