18. Der Ursprung des Bösen und des Übels im Lichte der Geisteswissenschaft
Was ins Leben hineingestellt ist, verquickt sich so miteinander, dass verschiedene Sphären aufeinanderstoßen. Das Geistige taucht ins Physisch-Sinnliche unter und erlebt sich dort ganz anders, als es sich im Geistigen allein erleben konnte. Dadurch wird das Geistige erstarkt in einer Art, wie es ohne dieses Untertauchen nicht möglich gewesen wäre, ja, man kann sagen, gewisse Entwicklungen hätten in der geistigen Welt gar nicht eintreten können, wenn das Übel in der Welt nicht vorhanden wäre, wie kein Keim einer neuen Pflanze entstehen kann ohne das Abwelken der Blüte und eines Teils der Mutterpflanze. In allem Schmerzlichen liegt ein notwendiges Hinabsteigen, damit sich der Keim von Neuem höher und leuchtender entwickeln kann im Schoße einer ihm zunächst fremden Sphäre, von der hierfür, das heißt für diese Entwicklung, etwas geopfert werden muss; und in diesem Absterben ist die Notwendigkeit alles Übels gegeben. Im Übel und Schmerz dieser Welt liegen die Keime für eine zukünftige Entwicklung.
Cite:
GA 69d/1914-03-29/p016 · edition original