{"corpus":"steiner","locus":"GA 69d/1914-03-29/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In all diesen Dingen liegt auch eine wirkliche und impulsive Ethik begründet. Nicht ein Moral-Predigen geht daraus hervor, was an sich ja leicht sein würde, sondern der Mensch lernt dadurch die Quelle des Bösen und der Übel in der geistigen Welt kennen, und dieser und ein weiterer Drang nach Erkenntnis wird ihn immer tiefer und gründlicher aus der sinnlichen in die übersinnliche Welt, als deren Ursache, hineinführen. Die Geisteswissenschaft ist imstande, darauf hinzuweisen, dass alles Böse, die Übel und Schmerzen, so lange Rätsel bleiben werden für die menschliche Erkenntnis, als ihre Quellen nur in der Sinneswelt gesehen werden. Nur die Geisteswissenschaft kann ein richtiges Licht auf das menschliche Leben und auf alles menschliche Handeln werfen, da sie ja zu dem Ursprunge zurückruft, der nicht in der Sinneswelt real vorhanden ist, sondern das Übel in seiner richtigen Gestalt erst dadurch kennen lehrt, dass sie es in seinem guten Ursprunge zeigt, den es in der geistigen Welt hat. Zusammenfassend können wir das heute Gesagte in der menschlichen Empfindung so darstellen: Vieles in der Welt wird der suchenden Seele verborgen bleiben, die in ihrem Forschen nicht über die physische Welt hinausgehen will; sie kann leicht in Verzweiflung geraten, wenn sie nicht den Mut hat, zu den Urgründen vorzudringen, in denen des Lebens größte Rätsel verborgen liegen, zu ihrem Quell in der geistigen Welt. Die Geisteswissenschaft wird den Menschen immer mehr der Lösung über das entgegenführen, was ihn in seiner Seele bedrückt, er wird sich in den verschiedenartigsten Lebenslagen mit seinem Dasein abfinden können, wenn er für das Böse und die Übel den Ursprung nicht nur in der Sinneswelt, sondern vor allem in der übersinnlichen Welt weiß, sie als Keim einer besseren Zukunft erkennt, beeinflusst aus der geistigen Welt, die auch die Heimat seiner Seele ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"18. Der Ursprung des Bösen und des Übels im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1914-03-29","location":null,"word_count":292,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-03-29/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-03-29/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69d/1914-03-29/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen","evidence_translation":"In the appendix, notes and reports of further lectures","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}