18. Der Ursprung des Bösen und des Übels im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 69d/1914-03-29/p021 ·1914-03-29 · original (original)
Author: Rudolf Steiner
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Rudolf Steiner: Wenn man über Sauerstoff spricht, so darf man nicht erwarten, dass gleich alle Fragen der Chemie gelöst sein können. Das ist eine andere Frage hier: die Verteilung des Übels und des Bösen. Es gibt ja nicht nur ein Leben. Nehmen wir an, wir haben ein Bild: Mannigfaltiges ist darauf dargestellt, man deckt alles zu, nur ein Hässliches nicht: So erscheint erst, wenn die Decke wieder weggenommen wird, aus dem Ganzen erklärlich, dass gerade an der Stelle etwas Hässliches ist. [Ebenso auch gilt:] Jede Erkenntnis, wenn sie nicht bloß eine theoretische ist, ist nicht aus Freude und Lust erworben, sondern aus Leid. Die Freude ist etwas, was im Leben dankbar hingenommen wird. Nicht um Askese handelt es sich, aber wer zu einer seine ganze Seele durchdringenden Erkenntnis gekommen ist und gefragt würde: Möchtest du deine Freude oder deinen Schmerz hingeben? -, der würde antworten: Freude und Lust würde ich lassen, wenn ich nur meine Schmerzen, die ich ausgestanden habe, mir erhalten kann, denn ihnen verdanke ich die Erkenntnis. Und so führt gar vieles, von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, zu einer Rechtfertigung des Leidens und des Schmerzes.

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Cite: GA 69d/1914-03-29/p021 · edition original