{"corpus":"steiner","locus":"GA 69d/1914-05-08/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Zeiten sind abgelaufen, sehr verehrte Anwesende, in denen die Seelen diese Disharmonie nicht fühlten, die sich darin ausdrückten, dass das Herz eine innere Gewissheit von einer übersinnlichen Heimat hat; und die Erkenntnis behauptet, nicht an diese Heimat herankommen zu können. Gerade aus diesem Grunde fühlt Geistesforschung in unserer Zeit, dass dasjenige in die allgemeine Kultur sich einleben muss, was wirklich mit den Kräften, die innerhalb der Menschheit gerade herangezogen worden sind durch die Arbeit über die Naturerscheinungen seit Jahrhunderten, dass diesen Kräften es möglich ist, wenn sie in der richtigen Weise gebraucht werden, wirklich einzudringen in die geistigen Welten, so wie die äußere Erkenntnis, die an Sinne und Gehirn gebunden ist, in die Weltennatur eindringen kann. Mit dieser Behauptung stößt man allerdings heute noch auf Gegner. Man stößt auf Missverständnisse. Ja, man darf sagen, man muss, wenn man von Geisteswissenschaft in dem Sinne, wie sie hier gemeint ist, sprechen will, in so ungewohnten Begriffen sprechen, dass es einem, gerade, wenn man selbst darinnen steht, ganz begreiflich erscheint, wie sich unzählige Menschen, die heute glauben, auf dem festen Boden wissenschaftlicher Vorstellungsart zu stehen, noch gegen diese Geisteswissenschaft wenden müssen. Aber, wie im Grunde genommen ein Umschwung in den Denkgewohnheiten eintreten musste vor drei bis vier Jahrhunderten, als die Naturwissenschaften ein ganz anderes Denken über die Raumeswelt heraufbrachten, so wird sich in den Menschenseelen jener Umschwung in den Denkgewohnheiten vollziehen, der notwendig ist, wenn immer mehr und mehr Verständnis sich verbreiten soll für die Wahrheiten, die skizzenhaft in diesem Vortrag ich anzudeuten mir erlauben werde.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"20. Wie findet die Seele ihre wahre Wesenheit","site_heading":null,"date":"1914-05-08","location":null,"word_count":254,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-05-08/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-05-08/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69d/1914-05-08/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen","evidence_translation":"In the appendix, notes and reports of further lectures","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}