{"corpus":"steiner","locus":"GA 69d/1914-05-08/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In heiliger Scheu abzuwarten, wozu die Seele gelangen mag, Ja, sich gleichsam selbst zurückzuhalten davor, an gewisse Fragen über die Untergründe des Daseins heranzutreten, das wird die Stimmung des Geistesforschers sein. Er lebt dann so, dass er vertrauensvoll wie hingegeben ist an die Strömung des Daseins, vertrauensvoll, dass Weisheit waltet im Dasein und dass ihn strömende Weisheit immer reifer und reifer machen werde. Mit solchen Worten etwa möchte ich zunächst die Stimmung andeuten, auf die es beim Geistesforscher ankommt. Dass er also eine heilige Scheu vor der Wahrheit hat, dass er fühlen kann, er müsse erst reifer und reifer werden, um sich ihr nähern zu dürfen, davon hängt vieles ab. Und es ergibt sich für ihn wie durch eine innere Notwendigkeit, einzutauchen alles das, was er mit seiner Seele auszuführen hat, in eine solche Stimmung, wie ich sie eben charakterisiert habe. Nicht, dass ich behaupten will, sehr verehrte Anwesende, solche Stimmung müsse künstlich erzeugt werden, sie solle anbefohlen werden demjenigen, der ein Geistesforscher werden will, nein, sie stellt sich ganz von selbst ein, wenn man das ausführt, was der Seele notwendig ist, um ihre wahre Wesenheit zu finden. Wie das auszuführen ist? — In kurzen Worten nur kann ich andeuten das Prinzipielle; ausführlich finden Sie ja die Einzelheiten in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnis der höheren Welten?» und «Geheimwissenschaft im Umriss» im zweiten Teil, oder in Bezug auf ganz bestimmte Einzelheiten in einer der letzterschienenen Schriften: «Die Schwelle der geistigen Welt».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"20. Wie findet die Seele ihre wahre Wesenheit","site_heading":null,"date":"1914-05-08","location":null,"word_count":242,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-05-08/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69d/1914-05-08/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69d/1914-05-08/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen","evidence_translation":"In the appendix, notes and reports of further lectures","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}