20. Wie findet die Seele ihre wahre Wesenheit

GA 69d/1914-05-08/p026 ·1914-05-08 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Im Anhang Notizen und Berichte von weiteren Vorträgen» (In the appendix, notes and reports of further lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Von dieser Welt zu sprechen wird einem sozusagen ja heute noch nicht so recht verziehen; einzelne Philosophen erlauben einem zwar ja heute schon, von einer geistigen Welt im Allgemeinen zu sprechen, weil sie den Widersinn der Ableugnung einer solchen schon einsehen, aber sie sagen: Hinter der Sinneswelt ist eine geistige Welt. - Und gewisse Geister dünken sich schon hoch zu stehen, wenn sie einem sogenannten «Pantheismus» huldigen. Für denjenigen, der die Dinge durchschaut, ist das nicht mehr wert als jener Pannaturalist, der da sagen würde, wenn er über eine Wiese geht: Was interessieren mich gelbe oder rote Blumen, diese Wälder, jene Berge und Täler und Flüsse - es ist alles Natur, Natur, Natur. Es interessiert mich nicht, dass es einzelne physische Vorgänge gibt, die man beobachten kann. - Gerade wie ein solcher Mensch im Pannaturalismus nur alles Natur nennen wollte, so steht derjenige, der nur gestatten will, dass man im pantheistischen Sinne, in pantheistischer Weise von Geist spricht, der geistigen Welt gegenüber. Dem steht die wahre Geistesforschung gegenüber, die wirklich das Seelisch-Geistige vom Physisch-Leiblichen abtrennt, wie der Wasserstoff verschieden ist vom Wasser. Diese Geisteswissenschaft gelangt in die geistige Welt so, dass sie unterscheidet die einzelnen konkreten Vorgänge und Wesenheiten der geistigen Welt, von der wir sagen müssen: So, wie wir hier in der physischen Welt als Menschen stehen und auf Wesen des Mineral-, des Pflanzen-, Tier- und Menschenreiches schauen, so stehen wir durch Geistesforschung der geistigen Welt gegenüber; da sind wir aber jetzt nicht mehr auf der höchsten Stufe, sondern auf der untersten, und über uns beginnt, wie unsere Seele selbst sich als geistiges Wesen in die geistige Welt hineinlebt, die Hierarchie der übergeordneten Geister. Man steigt hinauf zu der Stufenfolge der geistigen Wesenheiten, der wir angehören mit dem Seelisch-Geistigen, wie wir angehören dem physisch-mineralischen Reiche durch den physischen Leib.

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