IX. Irrtümer der Geistesforschung
Wenn wir wiederum - ohne ihn als berechtigt für die Geistesforschung anzuerkennen und ohne dass dadurch etwas gewonnen werden soll - auf den Mediumismus hinweisen wollen als auf das Gegenbild der wahren Geistesforschung, so geschieht dies nur zur Erklärung. Diejenigen Menschen, welche in der gestern schon besprochenen Art durch Medien oder Somnambule irgendwelche Kundgebungen haben wollen aus den geistigen Welten, die sind gewöhnlich auf eines ganz stark bedacht, und zwar darauf, dass ihr Medium nicht etwas aufnimmt, sagen wir, geisteswissenschaftliche Wahrheiten oder irgendwelche Überzeugungen von bestimmten Gesichtspunkten aus, über die geistige Welt. Denn die Menschen, die sich der Medien bedienen, haben mit Recht Furcht davor, dass in dem Fall, dass das Medium gewisse Gedanken aufgenommen hat über die geistige Welt in das gewöhnliche Bewusstsein und Seelenleben hinein, sich die Tatsache einstelle, dass, wenn das Medium in seinen schlafartigen Zustand versetzt ist, das, was es aufgenommen hat, wiederum herauskommt in seinen Offenbarungen, dass sich sozusagen einmischt das Persönliche in dasjenige, was das Medium offenbaren soll. Und es glauben solche Menschen, dass sie nur dadurch zu wirklichen, sachlichen Offenbarungen der geistigen Welt, die hinter der physischen Welt steht, kommen können, wenn sie alles Persönliche aus dem Medium ausgeschaltet haben, wenn es sozusagen gar nicht veranlagt ist, etwas Persönliches in seine Offenbarungen zu legen.
Cite:
GA 69e/1913-01-03/p007 · edition original