IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p011 ·1913-01-03 · original (original)
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Da gibt es Menschen, die durch ihr Leben oder die Richtung ihrer Wissenschaft, durch ihre Beschäftigung mit rein äußerlichen Dingen, welche in ihren Vorstellungen leben, Menschen, die gewohnt sind, ihre Augen nur zu heften auf dasjenige, was Material ist an den Dingen, Materialisten werden; ihre Aufmerksamkeit wird abgelenkt von allem, was nicht materiell ist, und sie sind Materialisten, nicht, weil der Idealismus falsch ist. Denn derjenige, welcher wirklich etwas versteht von den Meinungskämpfen, der wird bald einschen, dass die Materialisten für ihre Behauptungen manche guten Gründe vorzubringen haben. Aber auch die Idealisten haben diese, und schlechte Gründe für den Idealismus sieht eigentlich nur derjenige, welcher befangen ist in seiner materialistischen Richtung. Der Mensch stellt sich lediglich dem Idealismus entgegen, pocht auf den Materialismus, wenn er die Denkgewohnheiten annimmt, dadurch, dass er nur mit materiellen Dingen zu tun hat. Andere Menschen werden sozusagen von der Härte und Dichtigkeit der Materie weniger berührt. Sie werden mehr hingewiesen durch ihre Anlagen und Verhältnisse auf die Kämpfe und Siege des menschlichen Lebens. Solche Menschen werden Idealisten. Sie sehen die Gründe ein, die für den Idealismus sprechen, und da sie nie gelernt haben, zu beachten die Gründe, die für den Materialismus sprechen, so betrachten sie den Materialismus als den großen Irrtum, der bekämpft werden muss.

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