IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p022 ·1913-01-03 · original (original)
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Solange man unbefangen mit der Welt verkehrt und seine Anschauungen mit sich führt, wird man gar nicht darauf aufmerksam, wie schr man seine Meinung liebt; wenn man sich aber einmal zurückzieht von der Welt und einsieht, wie man Materialist, wie man Spiritualist geworden ist, dann kommt man darauf, sich zu sagen: Ja, im Grunde genommen, wenn du diese oder jene Gedanken nicht mehr hast, was bleibt von dir noch? Dann wirst du ja ganz leer? - Man fühlt, wie man Stück für Stück aus sich herausschneidet. Was dann kommt, ist jener furchtbare Moment des Lebens, wo man sich selbst so sich entschwinden sieht, wo man auf die Entstehung seiner Meinung den Blick lenkt. Niemand aber kann zu einer Weltanschauung kommen, der nicht Selbsterkenntnis übt. Dann hört man auf, auf seine Meinung zu pochen, dann versteht man erst den Spruch des alten Weisen Aristoteles:

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