IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p034 ·1913-01-03 · original (original)
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Von diesem Ideal sind wir allerdings in vieler Beziehung noch weit entfernt durch die Bequemlichkeit der Vielen, weil sie nicht mehr prüfen, ob das auch berechtigt ist, was der Geistesforscher sagt. Wenn ihnen das Gebotene gefällt, so nehmen sie es auf blinden Autoritätsglauben hin an. Immer ist es möglich, anzuwenden den gesunden Verstand auf das, das dargestellt wird in der Geisteswissenschaft, und wenn man sieht, dass der Geistesforscher bemüht ist, die Resultate seiner Forschungen in so streng von [Lücke in der Mitschrift] Bilder zu legen, wenn er nicht auf der einen Seite zur Schwärmerei, auf der anderen Seite zur Leichtfertigkeit hinneigt, sondern wenn man sieht, wie er alle Dinge der Geistesforschung in derselben logischen Weise behandelt wie die äußeren Dinge, erst dann ist er ein wahrer Geistesforscher. Dann, wenn er auf solchem Wege immer mehr und mehr Seelen der Gegenwart und der Zukunft der Geistesforschung sich zuneigen [sicht], dann kann der Einwand nicht erhoben werden, dass etwa [jelder gleich ein Geistesforscher sein müsste. Wie nicht jeder ein Botaniker zu werden braucht, um die botanischen Forschungen zu verstehen, so braucht auch nicht jeder Geistesforscher zu werden — obgleich es jeder Mensch werden kann.

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