IX. Irrtümer der Geistesforschung
Rudolf Steiner: Das Letztere folgt nicht aus der Reinkarnationslehre, denn es ist nicht so, dass das Leben immer aufrückt, sondern [so], dass es auf- und absteigt, wie [es] eben die Ursachen [er]geben. Dass ein reicher Wüstling ein noch freudenvolleres Leben finden würde, eine solche Frage geht aus einem vollständigen Verkennen des Gesamtverlaufs des menschlichen Lebens hervor. Wenn jemand einen anderen Menschen oder sich selber beobachtet und einen anderen Menschen edel findet oder sich selber recht edel findet, oder von Leiden und Schicksalsschlägen heimgesucht, so ist das Urteil, das man im gegebenen Augenblick fällt, durchaus nicht immer maßgebend.
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GA 69e/1913-01-03/p054 · edition original