IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p056 ·1913-01-03 · original (original)
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Wir sind zumeist selber nicht die richtigen Beurteiler unseres Ungeschicks. Später aber werden wir objektiver urteilen, besonders von der geistigen Welt aus im Leben zwischen Tod und Geburt, oder in folgenden Erdenleben, wenn man schon zurückschauen kann; denn das wird dann jeder erreichen; die Menschheit entwickelt sich; jeder wird zurückschauen können, was jetzt nur der Geistesforscher kann. Dann wird man sagen: Das, was erst unerklärlich schien, das machte gerade, dass ich mich stark entgegenstellen musste, dass ich Kräfte auslöste, die das Wichtigste wurden zur Fortentwicklung, zum Aufstieg. Im gewöhnlichen Leben wird man das schon sehen; man erlebt so manches. Mancher, der als angehender Geistesforscher das Leben intimer und eingehender betrachtet, wird davon zu erzählen wissen. Dann wird man zurückschauen auf das, was Freude, Lust und manches andere gebracht hat, auf Kampf, Übel, Schmerz, die er, [der Mensch], durchgemacht hat. Er blickt darauf zurück, auf alles Mögliche. Er wird sich sagen: Dafür, dass ich oft Freudiges erlebte, bin ich dem Schicksal dankbar. Aber willst du lieber deine Freuden hingeben oder deine Leiden? Dann ist man vielleicht zur Erkenntnis gekommen: Meine Freude und Beseligung will ich lieber hingeben; denn meinem Schmerz und Leid verdanke ich meine Erkenntnis. Man muss erst wissen, was aus den Ursachen wird.

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