IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p061 ·1913-01-03 · original (original)
Author: Rudolf Steiner
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Rudolf Steiner: Die erste Frage betrifft das Gattungsmäßige. Dieses Gattungsmäßige, was ist das eigentlich? Unter Gattung stellt sich der Mensch oft nur etwas ganz Abstraktes vor. Aber der Begriff «Gattung» kann im richtigen Sinn nur in den Reichen der Natur angewendet werden, die unter den Menschen stehen. Innerhalb des Tierreiches ist der Begriff der Gattung voll berechtigt, weil es für eine einseitige Betrachtung kein bloßer Begriff sein kann. Denn wenn Menschen, die viel ausspintisieren, finden, dass es nur einzelne Hunde gibt, also nicht den Begriff «die Hunde-Natur» oder «Wolfsnatur», ... so ist zu erwidern, dass, wenn man nur das sinnliche, einzelne Wesen, zum Beispiel das sinnliche Einzel-Wesen «Wolf», gelten lässt, und nicht das, was übersinnlich darin waltet, also nur das Materielle anerkennt, dann ist die Widerlegung leicht gegeben. Wenn das Materielle bei einem Wolf keine andere Nahrung zu sich nimmt als Lämmer, so zeigt es sich, dass der Wolf dadurch kein Lamm wird, wenn er auch nur Lämmermaterie frisst. Aber beim Tierreich interessiert uns das, was in der Gattung lebt, so, wie beim Menschen uns das Einzelne, das Ideelle interessiert. Daher hat auch nur der Mensch eine Biografie.

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Cite: GA 69e/1913-01-03/p061 · edition original