IX. Irrtümer der Geistesforschung

GA 69e/1913-01-03/p071 ·1913-01-03 · original (original)
Author: Rudolf Steiner
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Rudolf Steiner: Das ist ein bloßes Rechenexempel, und man wird sehen, dass das Besagte einfach eine gewagte Behauptung ist. Die Frage taucht fast nach jedem Vortrag auf. Die Zwischenräume zwischen zwei Leben sind nicht für alle Menschen die gleichen. Zuweilen sind viel mehr Menschen in einem Zeitalter verkörpert als in einem anderen kurz vorher. Nehmen wir an, im siebzehnten Jahrhundert seien 100 Seelen inkarniert gewesen und im sechzehnten Jahrhundert auch 100, und die Zwischenräume ihrer Verkörperungen seien verschieden, dann können im neunzehnten Jahrhundert die 100 von beiden Gruppen wieder inkarniert sein, also gibt es dann 200. Dadurch, dass die Zwischenräume verschieden sind durch das ganze Karma der Seelen, dadurch tritt eine Zunahme in gewissen Zeiträumen ein. Von etwas anderem kann der Gewissenhafte nicht reden. Die Zwischenzeit seit der letzten Verkörperung ist im Durchschnitt größer als die Zeit, die uns zum Beispiel trennt von der Entdeckung Amerikas. Wenn aber behauptet wird, dass die Zahl der Menschen zunimmt, dann muss man erst fragen: Wie kann das durch äußere Dinge bewiesen werden? Zum Beispiel: Wer hat die Zunahme für China studiert; wie ist also erst recht die Bevölkerung der ganzen Erde; oder was für Welten sind untergegangen; oder was war vor der Entdeckung Amerikas, und lange Zeit bevor Amerika entdeckt wurde? Also bei gewissenhaftem Forschen kann schon in der physischen Welt diese Behauptung nicht gemacht werden.

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Cite: GA 69e/1913-01-03/p071 · edition original