XVIII. Die Geisteswissenschaft und die Geistigen Ziele Unserer Zeit
Diese Aufmerksamkeit ist es, die nur ins Unbegrenzte entwickelt werden muss vom Geistesforscher in dem, was man Konzentration des Denkens nennt. Da muss allerdings eine ganz gewöhnliche, alltägliche Seelenkraft mit ungeheurer innerer Energie und Resignation so weit getrieben werden, wie sie sonst im äußeren Leben nie getrieben wird. Der Mensch muss es über sich [bringen], zu erforschen, in welcher Seelenverfassung er ist, wenn er aufmerksam ist; er muss sich klar werden darüber, wenn er im gewöhnlichen Leben aufmerksam ist. Durch äußere Eindrücke, durch das, was an Sensationellem stark auf ihn wirkt, wird seine Aufmerksamkeit erregt. Der Geistesforscher muss aber seine Aufmerksamkeit umwandeln, sodass er sich durch nichts Äußeres zwingen lässt, sondern ganz allein durch innere Willkür imstande ist, diejenige Aktivität der Seele zu entfalten, die sonst nur in der Aufmerksamkeit entfaltet wird.
Cite:
GA 69e/1913-12-01/p022 · edition original