{"corpus":"steiner","locus":"GA 69e/1913-12-01/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese Erfahrung kann nur auf geistige Weise gemacht werden, nicht durch äußere Experimente. Derjenige, der verlangt, dass durch äußere Experimente das Geistige festgestellt werde, der wolle nur auch gleich verlangen, dass er irgendein Erlebnis, das er vor fünfzig Jahren gehabt hat, mit irgendwelchen Pulvern herausnehme, damit es äußerlich sichtbar präpariert werden kann. Äußerlich werden geistige Tatsachen nicht festgestellt. Dasjenige, was die Geistesforscher aller Zeiten genannt haben «das Herantreten an die Pforte des Todes», das heißt den Tod im Bilde erleben, also dasjenige, was der Mensch im wirklichen Tode erlebt, wenn sein ewiger Wesenskern sich loslöst von dem physischen Körper, das wird im Bilde erlebt in der ernsten Erfahrung, die die Seele desjenigen, der sie schon einmal gehabt hat, so vertieft, der Seele einprägt jenen Ernst, den man ausdrücken und empfinden kann mit den Worten: Du warst mit dem tiefsten Kern deines Wesens verbunden mit dem, was als Ewiges die Welt geistig durchquillt, durchlebt und durchwebt. Jener Ernst ist allerdings leidvoll zu durchleben und nicht ohne dass man die größten Anstrengungen, an die der Mensch nicht gewohnt ist, macht. Nicht ohne Hingabe desjenigen, was sonst als Lust und Freude gilt; was man sonst gern hat im Leben, nicht ohne Aufgabe desjenigen, was man sonst im Leben erstrebt für gewisse Augenblicke, erlangt man dieses reinste, in der Geisteswelt Licht hineinweisende Erlebnis, von dem gesprochen worden ist. Dann erlangt man ein Weiteres, wenn man zu dem eben Bemerkten noch Folgendes hinzufügt: Man muss auch alles das, was man im Alltagsleben als Begehrenswertes empfindet, hingeben, und zwar in solcher Hingabe, dass man völlig schweigsam macht alles dasjenige, was der Mensch sonst begehrt, was er sonst gern hat, dass man alles dasjenige, was dem Menschen Lust bereitet, hingibt, und zwar nicht in solcher Hingabe, dass man in der Hingabe nur ein ganz bestimmtes Selbstbewusstsein hat, sondern so, dass man wirklich während dieser Hingabe verzichtet auf alle solche Betätigung, die wir sonst als unsere völlige Hingabe nennen an die Welt, die man sonst eigentlich nicht kennt, dass man hingibt aus keinem Zwang und aus nichts, was uns sonst im Leben zur Hingabe auffordert. Das muss dazu kommen, daran erfühlt sich die geistige Welt, in die wir Eintritt haben, mit dem, was wir nennen den geistigen Zustand.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XVIII. Die Geisteswissenschaft und die Geistigen Ziele Unserer Zeit","site_heading":null,"date":"1913-12-01","location":null,"word_count":370,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69e/1913-12-01/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69e/1913-12-01/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69e/1913-12-01/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}