XVIII. Die Geisteswissenschaft und die Geistigen Ziele Unserer Zeit

GA 69e/1913-12-01/p041 ·1913-12-01 · original (original)
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Aber gerade darum ist unsere Zeit auch so reif, den Geist selber in seiner Aktivität herauszubilden. Ja, mehr als das hat unsere Zeit die Notwendigkeit, den Geist innerlich tätig zu machen. Die innersten moralischen, intellektuellen und Gemütskräfte werden hervorgeholt durch die Denkgewohnheiten und Empfindungsgewohnheiten, die an der Geisteswissenschaft gewonnen werden. So wird auf der einen Seite durch die Erziehung, die die Menschheit schon einmal erlangt hat unter dem Einfluss dessen, was an sich wirklich bewundernswert ist, die Geisteswissenschaft wie etwas Paradoxes, etwas Phantastisches, vielleicht auch noch wie etwas ganz anderes angesehen; dadurch verriegelt sich aber diese Gegnerschaft auf der anderen Seite gerade das Ziel. Die Gegnerschaft ist notwendig. Wie wenn man einen elastischen Ball lange drückt, [und] er endlich jene Kraft entfaltet, die als elastische Gegenkraft aufgefasst wird gegen den Druck, so muss die Seele zu starker und immer stärkerer Passivität kommen gerade durch die bewundernswürdigen Errungenschaften des Gedankens, damit sie die innere Aktivität ersehnt. Unbewusst ersehnt sie heute schon diese Aktivität. Und alle Aktivität kann zur Kraft werden, durch die die Seele befreit und erlöst wird, wenn die Geistesforschung wirken darf im Gefüge der Geisteskultur der Gegenwart.

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