XIX. Theosophie Und Antisophie

GA 69e/1914-01-27/p008 ·1914-01-27 · original (original)
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Wenn die Seele unter gewissen Voraussetzungen in sich tilgt, in sich austilgt die Auffassungen durch die Sinne und durch das Denken des gewöhnlichen Verstandes und dennoch als Seele sich selber erlebend bleibt, dann ist sie in dem Zustande, in dem sie allmählich sich hineinentwickelt in die geistige Welt. Man kann diesen Zustand vergleichen mit dem gewöhnlichen Schlafzustand des Menschen. Wenn im Einschlafen des Menschen die gewöhnlichen Sinne allmählich zum Schweigen kommen, wenn das gewöhnliche Denken, die gewöhnlichen Vorstellungs-, Empfindungs- und Willensimpulse aufhören, dann ist in der Tat die menschliche Seele so, dass sie sich nicht mehr ihres Leibes als Werkzeug bedient. Aber sie wird dann zugleich bewusstlos. Um sie breitet sich die Finsternis der Bewusstlosigkeit. Alles dasjenige, was im Schlafe schweigt, das muss auch im Geistesforscher schweigen. Aber durch innere Verstärkung des Seelenlebens, dadurch, dass der Geistesforscher energisch und geduldig durch viele Jahre hindurch oftmals eine Seelentätigkeit, wenn auch nur für kurze Zeit, nur für Minuten konzentriert auf bestimmte Vorstellungen — das Nähere finden Sie in dem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» —, dadurch wird die Seele befähigt, sich in innerer Kraft zusammenzuziehen so, dass diese Seele ein Leben entwickeln kann, das nicht durch den Leib, nicht durch die Sinneswerkzeuge vermittelt wird.

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