XIX. Theosophie Und Antisophie

GA 69e/1914-01-27/p018 ·1914-01-27 · original (original)
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Wie muss Geisteswissenschaft den Menschen betrachten? Es ist schon in früheren Vorträgen ausgesprochen, dass für den Geistesforscher das Eintreten des Menschen in die Erdenwelt ein wunderbares Mysterium ist. Diesem Geistesforscher ist klar: Wenn da ein Mensch durch die Geburt ins Erdenleben hereintritt, so richtet er sein Erdenleben auf der Grundlage der früheren Erdenleben, die er durchlaufen hat, ein. Vor der Geburt war er als geistigseelisches Wesen in der geistigen Welt. Zu demjenigen, was der Mensch überkommt von Vater und Mutter, von seinen Vorfahren, was er durch die Vererbungssubstanz bekommt, zu dem kommt aus der geistigen Welt das Geistig-Seelische. Was von Vater und Mutter kommt, es verbindet sich mit dem, was aus der geistigen Welt kommt. Da sehen wir zunächst, wie dieses, was aus der geistigen Welt kommt, sich langsam hineinarbeitet in dasjenige, was durch die Vererbungstendenz kommt. Wir sehen zuerst, wie selbst die Gesichtszüge des Kindes unbestimmt sind, dass sie aber sich immer bestimmter gestalten in dem Maße, als das Geistig-Seelische des Kindes zur Geltung gelangt. Der Geistesforscher weiß dadurch, dass zuerst nur lose verbunden ist das Geistig-Seelische mit dem Physisch-Leiblichen. So sehen wir mit jedem Bestimmter-Werden der Gesichtszüge, mit dem Hervortreten der Fähigkeiten und Anlagen ein stärkeres Untertauchen des Geistig-Seelischen in das Leiblich-Physische. Beweise könnten angeführt werden, wenn die Zeit dazu ausreichte, dafür, dass man in dem heranwachsenden Leiblich-Physischen allmählich untertauchen sieht das Geistig-Seelische, dass das Geistig-Seelische plastisch ausgestaltet das Physisch-Leibliche, dass es Besitz ergreift von den Bewegungen, den Geschicklichkeiten des Physisch-Leiblichen.

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Cite: GA 69e/1914-01-27/p018 · edition original