XIX. Theosophie Und Antisophie

GA 69e/1914-01-27/p023 ·1914-01-27 · original (original)
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Man kann eine genaue Ausdrucksweise gebrauchen, die sich eines Wortes bedient, das heute schon öfters angewendet wird. Man kann sagen: Dasjenige, was der Geistesforscher zum Bewusstsein heraufbringen muss, ist dasselbe, was beim gewöhnlichen Menschen vorhanden wäre, wenn im Schlafzustande plötzlich Bewusstsein eintreten würde und der Mensch dennoch schlafen würde. Das Geistig-Seelische liegt im gewöhnlichen Menschen im Unterbewusstsein drunten, es kommt nicht zum Bewusstsein. Denn was kommt im Alltagsleben zum Bewusstsein? Nicht das Seelisch-Geistige selber, sondern seine Spiegelung im Leibe, gerade wie der vor dem Spiegel Stehende sich nicht da stehen sieht, sondern sein Bild, sein Spiegelbild. So ist das Alltagsbewusstsein auch nicht ein solches, wo sich das Geistig-Seelische selbst wahrnimmt, sondern das, was als Spiegelbild vom Leben zurückgeworfen wird von dem Augenblick an, wo das Selbstbewusstsein erwacht ist.

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