{"corpus":"steiner","locus":"GA 69e/1914-01-27/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nur über einen Punkt muss man hinwegkommen. Dasjenige, was da zuerst auftritt, was unser seelisches Wahrnehmungsfeld erfüllt, ist etwas, was der Materialist Phantasiebilder nennen kann, wenn er nicht weiß, dass diese Bilder zunächst nicht ein wirkliches Wahrnehmen eines Äußeren sind, sondern die erste Ausgestaltung des geistigen Organismus. Wie wir im Laufe der Kindheit lernen, unsere Organe zu bilden, die Dinge in der richtigen Weise zu befühlen, zu sehen, wie wir unseres Leibes dadurch erst bewusst werden, so müssen wir, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, unseres Geistleibes bewusst werden. Was diese Menschen als eine geistige Welt ansehen, das ist erst das, was wir ausbilden müssen wie einen Geistleib. Und in diesem Geistleib müssen wir gleichsam ertasten die wirkliche geistige Welt. Und tatsächlich: Was wir zuerst wahrnehmen, das sind wir selbst. In diesem Sinne kann man von Visionen, von Halluzinationen sprechen. Derjenige, der materialistischer Forscher ist, der lernt überhaupt nichts kennen als dieses. Und weil er nichts anderes kennenlernen kann, kann er nicht glauben, dass der Zeitpunkt eintritt, wo der wirkliche Geistesforscher sie gebraucht. Wie der materialistische Forscher seine Hände gebraucht, um das Physische zu erfühlen, so gebraucht der Geistesforscher das, was hervorgebracht wird von leibfreien Sinnen, um die geistige Welt zu ergreifen und wahrzunehmen. Erst bilden wir uns Geistesauge und Geistesohr aus, und wenn wir uns dieser bedienen, dringen wir durch sie in die geistige Welt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XIX. Theosophie Und Antisophie","site_heading":null,"date":"1914-01-27","location":null,"word_count":226,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69e/1914-01-27/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69e/1914-01-27/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69e/1914-01-27/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}