XIX. Theosophie Und Antisophie

GA 69e/1914-01-27/p040 ·1914-01-27 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wozu ist er gekommen? Er hat ausgeführt, dass Naturwissenschaft überhaupt nur dazu führen kann, die Welt so zu begreifen, dass sie die Bewegung der kleinsten Teile begreift, dass sie alles zurückführt auf die Bewegung. Aber so wahr alle Naturforschung darauf gegründet ist, dass sie die Bewegung der Atome und so weiter erforscht, so wahr ist es auch, dass Naturforschung niemals die Seele begreifen kann. Der Naturforscher kann sagen, dass die rote Farbe durch gewisse Bewegungen entsteht, aber er kann nicht sagen, wodurch in uns das Bewusstsein der roten Farbe entsteht. Keine Naturforschung könnte jemals aus der Bewegung irgendetwas Seelisches begreifen. Wollte man es begreifen, dieses Seelische, aus dem, was einzig und allein in der Naturwissenschaft berechtigt ist, so begänne das, was er als Supernaturalismus bezeichnet. Und so schließt Du Bois-Reymond seine Rede: Naturforschung muss auf äußere Bewegung gehen, sie kann niemals begreifen auch nur den einfachsten Teil der menschlichen Seele. Diese Seele könnte nur da begriffen werden, wo der Supernaturalismus anfängt und die Naturwissenschaft aufhört.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/69e/1914-01-27/p040.json
Cite: GA 69e/1914-01-27/p040 · edition original