XX. Geisteswissenschaft in ihrem Verhältnis zu religiösen und sozialen Strömungen der Gegenwart

GA 69e/1914-03-13/p041 ·1914-03-13 · original (original)
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Wenn man ein Kind anschaut und sagt: Von dem Moment an, wo das Kind «Ich» sagen lernt, also dem Zeitpunkt, bis zu dem man sich später im Leben zurückerinnert, von dem Moment an ist etwas Neues in das Kind eingezogen -, wird man da kommen können und sagen: Du darfst nicht vor dem Zeitpunkt, wo das Kind «Ich» sagen lernt, das Kind, das Paul heißt, Paul nennen, weil da, mit diesem Zeitpunkt etwas Bedeutsames geschehen ist? Wird an dem, was jetzt christlich ist, dadurch etwas geändert, dass die Bedeutung der Taufe im Jordan geisteswissenschaftlich so erkannt ist, dass da etwas, was vorher den Jesus von Nazareth umschwebt hat, in sein Inneres einzog, eins mit diesem Innern geworden ist? Nein, das ist das Rechte, dass alle die Vorstellungen der Seele, all die tiefen Gefühle, all das Verbundensein mit dem Christus Jesus, das nur irgendeine christliche Seele empfinden kann, erhalten bleiben, und dass etwas hinzukommt, was, weil die Zeiten fortschreiten, die Christusidee noch größer, noch glorioser erscheinen lässt. Wenn also Geisteswissenschaft zu denen, die ihr vom christlichen Standpunkt aus entgegentreten, sagen muss: Was ihr zu glauben verlangt - Geisteswissenschaft verneint es nicht, Geisteswissenschaft gesteht es zu, dass das zu glauben ist, was ihr glaubt. Nur wird noch etwas hinzugefügt, von dem wir glauben, dass es hinzugefügt werden muss, weil der Christus gesagt hat:

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