XX. Geisteswissenschaft in ihrem Verhältnis zu religiösen und sozialen Strömungen der Gegenwart

GA 69e/1914-03-13/p068 ·1914-03-13 · original (original)
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Aber ohne Religion anzustreben, wird im besonderen Maße die Religion durch die Geisteswissenschaft geschützt, werden die Seelen wiederum dazu geführt, das Große ihrer Religion zu begreifen und zu erkennen. Und manche Seele, die vielleicht durch Bildung, also durch das, was außerhalb der Religion lebt, der religiösen Stimmung entfremdet worden ist, sie wird durch das, was in dieser religiösen Hochschule gelehrt wird, gezeigt wird, für eine sichere Gottes- und Christusvorstellung wiederum gewonnen werden. Nicht eine Kirche, nicht einen Tempel unterfangen wir uns zu bauen; aber das, was wir bauen, was wir wollen: Wie es Laboratorien, wie es Kabinette für das Physische gibt, so werden wir ein Laboratorium, ein Kabinett für Forschungen des geistigen Lebens bauen. Was wir wollen, das wird in seiner ganzen Konfiguration, in seiner ganzen Einrichtung ein Abbild dieses geistigen Strebens sein wollen. Dass so etwas entstehen muss, werden die begreifen, die das ins Auge gefasst haben, was jetzt eben über das Verhältnis der Geisteswissenschaft zur sozialen Strömung der Gegenwart gesagt worden ist.

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