2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
Und hier ist es, wo man betonen muss, dass über die geistige Welt es deshalb so schwierig ist richtige Begriffe zu verbreiten, weil die meisten Menschen nach dem gegenwärtig üblichen Vorstellen eigentlich notwendigerweise sich diese Welt anders vorstellen müssen, als sie ist. Während man der physisch-sinnlichen Welt so gegenübersteht, dass man sagen kann: Da draußen ist sie, man schaut sie an, man nimmt sie auf durch seine Sinne und den Verstand, ist es mit der geistigen Welt und allem, was solcher Art ist, so, dass es vor einem steht, gleichsam alles Denken versinkt und etwas anderes auftritt. Das tritt auf, dass man sich selber wie hingenommen fühlt von einer Welt, dass man sich selber gegenüber dieser Welt so erfühlt, wie sich die Pflanze, der Stein draußen erfühlen müssten in dem Moment, wo sie erkennen könnten: Du wirst jetzt aufgenommen von einem Wissen, von einem Vorstellen eines Menschen. Wie die Gedanken etwa, die von der Außenwelt einströmen, sich hingenommen fühlten von uns, so fühlt sich derjenige, der wirklich geistesforscherisch mit seinem ganzen Wesen - indem er das Vorstellen in sich ersterben fühlt - aufgeht in dem Neuen, hingenommen von einer Welt. Das ist es, worauf es ankommt.
Cite:
GA 70a/1914-12-02/p018 · edition original