2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 70a/1914-12-02/p019 ·1914-12-02 · original (original)
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Wie wir unsere Gedanken erfassen und sie hinnehmen und sie dann in uns sind, so erleben wir gleichsam das Schicksal von Gedanken. Wir werden selber Gedanken, können wir sagen, und fühlen, wie wenn wir ein Gedanke wäre und von übersinnlichen Wesenheiten erfasst würden, wie sonst unsere Gedanken von uns erfasst werden und wie wenn wir nun ruhten in diesen übersinnlichen Wesenheiten. Wir sind darinnen in diesen Wesenheiten. Da gewahren wir, wenn wir auf diese Stufe kommen, dass eine unsichtbare Welt über uns ist, aber dass wir sie nicht so erleben können, wie es sich manche vorstellen; sondern so muss sie erlebt werden, dass alles [Gedankenmäßige] aufhört und wir erlebend eingehen in eine übersinnliche Welt. Einen Moment ist es so, wie es etwa bei einem Menschen wäre, der stärker und stärker sein Gesicht und Gehör anstrengte, und mit verstärktem Gesicht und Gehör er blind und taub würde. So wird man gleichsam blind und taub für das Gedankenvorstellen, weil man fühlt: Du bist jetzt hingenommen von der geistigen Welt. Nicht: man erlebt, sondern man fühlt, man wird erlebt. Es muss immer und immer wieder betont werden: Das Hinaufdringen in die geistige Welt hat einen entgegengesetzten Charakter als das Hineindringen in die äußere, sinnliche Welt.

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