2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
Nicht als ob der Geistesforscher den Schlaf nicht bräuchte, er braucht ihn; er kann aber künstlich herbeiführen Zustände, in denen er in die Lage kommt, so zu erleben, wie sonst der Mensch nur erlebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Denn der Geistesforscher weiß, indem er also erlebt: Du bist außerhalb deines Leibes, du entwickelst eine Tätigkeit, die nicht angewiesen ist auf Gehirn und Nervensystem, gelangt er dazu, auch zu erfassen durch wirkliche Erfahrung, was da durchgemacht wird vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Er gelangt dazu, zu erkennen, dass da in der Tat des Menschen eigentliche, geistig-seelische Wesenheit außerhalb des Leibes ist, dass beim Einschlafen der Mensch mit seiner geistig-seelischen Wesenheit seinen Leib verlässt und beim Aufwachen die geistig-seelische Wesenheit wiederum in den Leib untertaucht.
Cite:
GA 70a/1914-12-02/p022 · edition original