{"corpus":"steiner","locus":"GA 70a/1914-12-02/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man kann nicht sagen, dass dieses geistige Erleben, von dem hier gesprochen ist, diese geistige Wissenschaft, nicht immer gerade in besten Geistern der Menschheitsentwicklung schon geschlummert hätte; unsere Zeit scheint nur dazu berufen zu sein, das, was in den besten Geistern geschlummert hat, zu einem wirklichen Wissen herauszuheben. Man kann, wenn man ein ganz aufgeklärter Mensch sein will, auf einen Menschen wie Lessing hinblicken, ihn bewundern und sagen: Nun ja, er hat außerordentlich Großes geschaffen, aber da hat er auch noch am Ende seines Lebens wie sein geistiges Testament «Die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und in dieser «Erziehung des Menschengeschlechts» hat er auch von sich aus als Hypothese vertreten, dass der Mensch nicht nur einmal auf der physischen Erde lebt, sondern in wiederholten Erdenleben dieses Leben durchläuft. Da ist [er] eben alt geworden, kann man sagen, da ist er schon schwach geworden. Gewiss, man kann sich sehr aufgeklärt fühlen in einer solchen Beurteilung; aber so natürlich solch eine Beurteilung für unsere Zeit noch sein mag, sie ist gegenüber dem Fortschritt der Menschheit doch nicht anders als jenes Urteil, das man vor Kopernikus gehabt hat: die Erde stehe still, die Sonne bewege sich um sie und müsse sich bewegen, und das man als Vorurteil entgegengebracht hat dem Kopernikus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1914-12-02","location":null,"word_count":207,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70a/1914-12-02/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/70a/1914-12-02/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/70a/1914-12-02/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}