2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 70a/1914-12-02/p032 ·1914-12-02 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Nicht anders als dieses Vorurteil, das lange, lange geschlummert hat in den Menschen, ist das Vorurteil, das gegen die wiederholten Erdenleben heute geltend gemacht wird. Und ebenso, wie besiegt hat der naturwissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile gegen denselben, wird besiegen der geisteswissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile, die sich dagegen geltend machen. Recht wird man Lessing geben mit seinem Werk, wenn er sagt: Sollte denn diese Hypothese von den wiederholten Erdenleben - für die Geisteswissenschaft ist sie keine Hypothese mehr, sondern etwas in dem Sinne der heutigen Auseinandersetzungen Erlebbares, aber Lessing spricht sie noch als Hypothese an -, sollte sie deshalb, weil man sie findet im Grunde der Erkenntnisse der ältesten der Urvölker, weil sie dem menschlichen Verstand aufgegangen ist, bevor er durch die Sophisterei der Schule verdüstert und zerstreut worden ist, sollte sie deshalb weniger wertvoll sein als eine andere? Man wird erkennen, dass das, was Lessing gesagt hat - wirklich das, was ich gestern tapfere [Wissenschaft] genannt habe -, dass sich das wirklich zum Range echter Wissenschaft wird erheben lassen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70a/1914-12-02/p032.json
Cite: GA 70a/1914-12-02/p032 · edition original