2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
Denn der Geistesforscher erkennt: Wenn der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb seines Leibes ist, so lebt in ihm die Begierde nach seinem Leibe. Er erkennt zugleich, indem er in dem angedeuteten Sinne an die Pforte des Todes herantritt, wie durch das wirkliche Erleben beim Durchschreiten der Todespforte, wie durch dieses wirkliche Erlebnis des Todes, durch diese Auflösung, durch dieses Hingenommen-Werden des Leibes ausgetilgt wird in der Seele nach und nach diese Begierde nach dem Leibe. Und indem sie ausgelöscht wird, ist es so, wie wenn ein den Leib durchsetzender Nebel aus dem Leibe heraustreten würde und es hell würde. Der Mensch wird wirklich aufgenommen in die Sphäre der Wesenheiten, die sonst übersinnlich und unsichtbar sind; der Mensch wird hingenommen wie die Gedanken vom Menschen, und Sterben heißt hingenommen werden von den geistigen Wesenheiten.
Cite:
GA 70a/1914-12-02/p036 · edition original