2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 70a/1914-12-02/p038 ·1914-12-02 · original (original)
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Und jetzt tritt etwas Besonderes ein. Um das einzusehen, müssen wir auf etwas aufmerksam machen. Wodurch haben wir denn im gewöhnlichen Leben dieses unser Selbstbewusstsein, diese Art des Bewusstseins, wodurch wir uns als Ich ansprechen? Vom Einschlafen bis zum Aufwachen sprechen wir uns nicht als Ich an; wir müssen untertauchen in unseren Raumesleib, um uns als Ich anzusprechen. Im Grunde genommen ist es so, dass wir jeden Morgen, wenn wir untertauchen in unseren Leib und unsere Augen, Ohren und anderen Sinne gebrauchen, erst gewahr werden: Wir sind ein Ich. In unserem Raumesleib erlangen wir unser Selbstbewusstsein. Der Geistesforscher kann das in sich selbst konstatieren, indem er außerhalb seines Leibes all den Kampf durchzumachen hat, um abzutöten und hinzudämpfen die Begierde nach dem Leibe; er weiß, was er anwenden muss an höheren Erinnerungskräften, um ein Selbst zu sein, wie er mit seinem Schicksal zusammenwachsen muss. Das, was er also erlebt, wird sonst erlebt durch den Anblick des Leibesverlassens.

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