2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 70a/1914-12-02/p042 ·1914-12-02 · original (original)
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Es ist heute natürlich, dass die Mehrzahl der Menschen, gerade indem sie sich aufgeschwungen hat zu diesem naturgemäßen Denken, gar nicht herankann an das Entwicklungsgesetz. Aber so naturgemäß das ist, so liegt doch die Zeit vor, in der der Bogen des materialistischen Denkens auf der einen Seite so sehr gespannt ist, dass er auf der andern reißen muss. Und überall sind die Zeichen vorhanden, dass die Menschheit darangeht, so wie sie sich enthusiastisch dem naturwissenschaftlichen Denken zugewendet hat, zu ergreifen das geisteswissenschaftliche Denken. Heute hat man noch alle möglichen so und so gearteten Einwände gegen dieses geisteswissenschaftliche Denken; allein auch darüber haben, ich möchte sagen die besten Geister der Menschheitsentwicklung das richtige Gefühl gehabt. Und Johann Gottlieb Fichte wiederum, den ich gestern wie einen vorbildlichen Führergenius darzustellen versuchte, er hat, soweit er es in seiner Zeit konnte, einen Einwand, den man so leicht macht gegen das Darstellen und Betrachten der geistigen Welt, mit folgenden Worten widerlegt. Er sagt: «Die Lehre von einem durchaus nicht willkürlich angenommenen Geist, in dessen höherer Kraft wir alle leben, welchen unverständige Menschen sattsam geschlagen zu haben glauben, wenn sie sie Mystizismus nennen, dieses ist keineswegs Schwärmerei; denn sie geht auf das Gründliche, und zwar auf den intimsten Geist, welcher alles Handeln beleben soll. Schwärmerei würde sie werden nur dadurch, wenn dem Hervorgehen hinzugefügt würde, dass diese Ansicht aus einem geheimnisvollen Licht quelle, welches nur wenigen Auserwählten erteilt sei. In welchem Vorgehen der eigentliche Mystizismus besteht. Wenn dieses Vorgeben Hochmut auf sinnliche [Lücke im Text].»

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