2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft
In gewissem Sinne wird man sagen müssen: Wer hinaufblickt zu diesen Kräften, wird fordern ein ganz neues Leben, und wer die Zeichen der Zeit, das, was gerade aus den Empfindungen der Geistesforschung über die Zeichen der Zeit gesagt werden kann, wenn man das recht ins Auge fasst, dann wird man sagen: Das, was nach dem allgemeinen Fortgang der Menschheitsentwicklung für die nächste Zukunft gefordert wird von Lebenden und Toten, das ist, dass zu dem Materialistischen, zu der rein naturalistischen Anschauung über die Welt, die lebendige Erfassung des Geistes trete und das Durchsetztsein der Menschentaten mit dem Geiste, und das, was so an unverbrauchten Menschenkernen in die geistige Welt hinaufgeht, verstehen wird diese Kräfte, das, was unten geschieht. Nur wenn dieses, was unten geschieht, die Pflicht fühlt, den Geist zu pflegen, nur das wird verstanden werden von denjenigen, die gewissermaßen das Feld, auf dem die Überlebenden zu wirken haben, neu befruchtet haben mit ihrem Blut, neu belebt haben durch ihren Tod.
Cite:
GA 70a/1914-12-02/p052 · edition original