9. Was ist am Menschenwesen Unsterblich?

GA 70a/1915-03-12/p016 ·1915-03-12 · original (original)
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Das Zweite ist das, was man nennen könnte eine völlige Ergebung des Willens in die waltenden, wesenden, wirkenden Weltenmächte. Sodass wir gewissermaßen, wie wir beim Ersten zum Stillstand bringen unser sinnliches Erkennen, den Verstand, der sonst nach Anleitung der äußeren Sinneswahrnehmung spielt, so wie wir das zum Stillstand bringen beim Ersten, so müssen wir beim Zweiten jedes innere eigensinnige Wollen zum Stillstand bringen, gewissermaßen alles, was in uns Wille ist, zum Stillstand bringen. Nun gibt es ein gewisses Mittel, wodurch man in sich die Kräfte entwickeln kann, das eigene Wollen wirklich radikal in sich ergeben zu machen dem allgemeinen Weltenweben: Das ist, wenn man eine ganz neue Stellung zu dem gewinnt, was man unser Schicksal nennt. Wie erleben wir doch im gewöhnlichen Dasein dieses unser Schicksal? Nun, dieses unser Schicksal erleben wir so, dass wir das, was uns als Schicksalsfall im Guten und Bösen zustößt, eben als etwas uns Zustoßendes betrachten, dass wir ihm mit Sympathie oder Antipathie begegnen, sodass wir so recht das, was gewissermaßen als die Schicksalszufälle angesprochen wird, was uns anfällt, dass wir das als etwas an uns Herankommendes ansehen; wir stehen außerhalb, wir sehen uns als die Ich-, die Selbst-Wesenheit, auf die das Schicksal wirkt, an die es herankommt.

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