12. Das Wesen der Geisteswissenschaft und die Erkenntnis der Übersinnlichen Welt

GA 70a/1915-04-09/p033 ·1915-04-09 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Was ist denn das, was wir unser Ich nennen? Was ist es anderes, als im Leben zwischen Geburt und Tod schon das Ergebnis unseres Schicksals, das Ergebnis dessen, was da in uns eingeflossen ist, was wir jetzt wollen, weil wir es tun wollen, wenn nicht das Schicksal unseren Willen geformt, unseren Willen geschmiedet hätte? Wenn man in dieser Weise sich dem Schicksal gegenüberstellt, dann merkt man, dass man in seinem Ich, in seinem Selbst eigentlich ein Ergebnis dieses Schicksals ist, dass dieses Schicksal gleichsam, wie die Masse des Minerals in dem Kristall geronnen ist, in unserem Selbst, in unserem Ich geronnen ist. Wir sind zusammengeformt aus unserem Schicksal. Was wir jetzt wollen, es ist aus alledem, was unser Schicksal geformt hat, sozusagen zusammengeronnen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/70a/1915-04-09/p033.json
Cite: GA 70a/1915-04-09/p033 · edition original