12. Das Wesen der Geisteswissenschaft und die Erkenntnis der übersinnlichen Welt

GA 70a/1915-04-09/p046 ·1915-04-09 · original (original)
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So lernen wir ein Glied der Menschennatur kennen durch die Vertiefung des Denkens. Wir lernen gleichsam unsere ätherische Wesenheit, dasjenige, was zunächst als übersinnlicher Leib unserem physischen Leib zugrunde liegt, als Seelenkraft erkennen. Wenn der Geistesforscher von einem Ätherleib spricht, so ist dieser Ätherleib gefunden durch eine ebenso sichere Methode, wie gefunden ist durch den Chemiker, dass man den Wasserstoff von dem Sauerstoff trennen kann. So, wie man es dem Wasser nicht ansehen kann, dass es einen Stoff enthält, der brennt, den Wasserstoff, während Wasser doch das Feuer löscht, so kann man, wenn der Mensch vor einem steht, wenn man den Menschen nur mit dem gewöhnlichen Verstande ansieht, nicht sehen, dass ein übersinnlicher Mensch in diesem physischen Menschen lebt und sein Leben auszudehnen vermag über Geburt und Tod hinaus; der aber durch ebenso sichere, wenn auch innerliche wissenschaftliche Methoden, wie es die eben angeführte Methode ist, erforscht werden kann durch die Geisteswissenschaft, die damit zu dem Rang einer wirklichen Wissenschaft sich erhebt. Dasjenige, was dem Menschen so als eine ätherische Wesenheit zugrunde liegt — nicht eine Spekulation, nicht irgendeine Phantasterei führt dazu, sondern eine wirkliche Erfahrung, eine Erfahrung allerdings, die erst herangebildet werden muss.

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