12. Das Wesen der Geisteswissenschaft und die Erkenntnis der Übersinnlichen Welt

GA 70a/1915-04-09/p051 ·1915-04-09 · original (original)
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Wenn der Naturforscher kommt und sagt: Von meiner Denkweise aus muss ich das zurückweisen, — dann muss der Geistesforscher sagen zu dem Naturforscher: So führe deine Gründe an. Dann führt der Naturforscher als Grund an: Das seelische Leben ist abhängig vom Gehirn. Der Geistesforscher wird sagen: Du hast recht. Er wird dem Naturforscher in allem recht geben. Aber er wird sagen: Erst dann, nachdem man sich auf deinen Boden gestellt hat, beginnt die Erforschung des geistig-seelischen Lebens, das mit ganz anderen Kräften zu tun hat, als die sind, für die die Naturwissenschaft voll recht hat. Daher ist es wirklich ein zwar durchaus begreifliches, aber doch immerhin ein Missverständnis, wenn von dem naturwissenschaftlichen Standpunkte aus das oder jenes gegen die Geisteswissenschaft eingewendet wird. Diese Geisteswissenschaft weiß sehr gut, was sie an der Naturwissenschaft hat. Und Dilettantismus auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft wäre es, wenn sie sich gegen die Naturwissenschaft stellen würde. Und ebenso wenig kann man sagen, dass der Geistesforscher in irgendeiner Weise den Aberglauben kultivieren würde.

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