13. Die Übersinnliche Erkenntnis und Ihr Wert für die Menschenseele, Eine Geisteswissenschaftliche Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksalstragende Zeit

GA 70a/1915-05-06/p027 ·1915-05-06 · original (original)
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Nehmen wir an, die Pflanze könnte erleben, sie könnte erleben all ihre eigene Eigenschaftlichkeit, all ihre eigene Wesenheit, wie sie sich entfaltet von Blatt zu Blatt, zur Blüte, zur farbenprächtigen Blüte hin, und dann müsste sie, indem sie sich zur farbenprächtigen Blüte hin entwickelt hat, mit ihrem ganzen Sein eintauchen in die Kräfte, die den Samen bilden, der nun gar nicht bestimmt ist für dieses Leben der Pflanze in der Gegenwart, sondern der dieses Leben der Pflanze aus der Gegenwart hinübertragen soll in die Pflanze, die sich dann in der Zukunft aus dieser Pflanze entwickelt; die Pflanze würde erleben, indem sie alle ihre Erlebekräfte in diesen Keim hineinkonzentriert, wie wenn sie im Zusammennehmen dieser Kräfte gerade das entwickelte, was wie ein Töten, wie ein Absterben der äußeren, in den Blättern, in den farbenprächtigen Blüten entwickelten Wesenheit ist. Sie würde erleben, wie wenn sie dasjenige, was sie war, selber absterben machen müsste, damit sie weiterleben kann durch den Keim. So muss die Menschenseele erleben, wenn sie dasjenige wirklich durchmacht, was mit einigen Kohlestrichen eben vor Sie hingezeichnet ist.

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