13. Die übersinnliche Erkenntnis und ihr Wert für die Menschenseele, eine geisteswissenschaftliche Betrachtung im Hinblick auf unsere schicksalstragende Zeit

GA 70a/1915-05-06/p028 ·1915-05-06 · original (original)
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Sehr verehrte Anwesende, da erlebt der Geistesforscher, wie er immer mehr und mehr eingeht nur in dasjenige, was seine Seele verbindet mit dem, was er in seinen Gedanken hereingenommen hat. Aber das erscheint ihm jetzt in seinem seelischen Leben nicht so, wie wenn er etwa nur Neues erleben würde, sondern so, wie wenn er jetzt in den Kräften leben würde, die durch ihre innere Eigentümlichkeit tötende Kräfte für das äußere Leben wären, die zusammenhingen mit all dem, was das äußere Leben absterben macht, was das äußere Leben von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde lähmt. Und so ist es, wie wenn man darin gestanden hätte im Leben, alle Freude, alle Lust im Leben, alle berechtigte Freude, alle berechtigte Lust im Leben empfunden hätte, alle Tatkraft im Leben gerne angewendet hätte, und jetzt, um zu erkennen, herausmuss aus diesem Leben, aber gerade zu denjenigen Kräften sich hinwenden muss, welche dieses Leben fortwährend bekämpfen. Man möchte sagen, aus der Geselligkeit des Lebens, aus dem geselligen Zusammensein mit der Natur, ihrer Schönheit und Erhabenheit, muss man eintreten in die Einsamkeit, wo man so recht nur bei sich selber ist, wo man den Blick nur wenden kann auf dasjenige, was die eigensten, innersten Kräfte sind.

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