13. Die Übersinnliche Erkenntnis und Ihr Wert für die Menschenseele, Eine Geisteswissenschaftliche Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksalstragende Zeit

GA 70a/1915-05-06/p032 ·1915-05-06 · original (original)
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So ist es, dass zunächst, wenn der Geistesforscher bis zu demjenigen Punkte gelangt, wo er wirklich in seinem geistig-seelischen Leben frei wird vom leiblichen Leben, dass sein Vorstellen dahinhuscht wie ein Traum, an den man sich nicht mehr erinnern kann, und erst wenn man immer wieder in Geduld die Übungen fortsetzt, von denen gesprochen worden ist, die Übungen in Meditation und Konzentration, dann entwickelt sich an der Stelle des gewöhnlichen Gedächtnisses, das dabei nicht mitwirkend sein darf, eine andere Kraft, die wir nennen könnten eine «innere Gewohnheitskraft». Wir werden imstande, immer wieder das zu vollziehen gewohnheitsmäßig, was wir uns also als inneres Erleben angeeignet haben. Wir verrichten gleichsam die innere Geste immer wieder von Neuem. Geisteswissenschaft kann nicht arbeiten aufgrund des Gedächtnisses, sondern sie geht hinaus über diese gewöhnliche Grundkraft des Lebens, über das Gedächtnis, und prägt dem Geistig-Seelischen, das frei geworden ist vom Leiblichen, solche Gewohnheiten ein, dass man immer wieder aufs Neue die inneren Verrichtungen vollziehen kann, die vollzogen werden müssen, damit man sich mit seinem freien Geistig-Seelischen in der geistigen Welt darinstehen fühlt.

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