13. Die Übersinnliche Erkenntnis und Ihr Wert für die Menschenseele, Eine Geisteswissenschaftliche Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksalstragende Zeit

GA 70a/1915-05-06/p034 ·1915-05-06 · original (original)
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Aber noch in einer anderen Weise wird unser ganzes inneres Seelenleben verändert. Wenn wir in der geschilderten Weise intim seelisch vorgehen, immer wieder und wieder solche innere, wir können jetzt sagen rein vorstellungsmäßige Willenshandlungen vornehmen, durch die wir einfache Denkinhalte in den Mittelpunkt unseres Bewusstseins stellen und ganz in sie aufgehen, dann erleben wir ja auch durch unseren Willen etwas. Aber dieses Willensleben ist ein anderes als dasjenige, das den äußeren Handlungen zugrunde liegt. Was den äußeren Handlungen zugrunde liegt, entwickelt ein Willensleben, in dem der Wille halt schläft. Denn in der Tat, wie der Mensch eingreift mit seinen Gedanken in seinen Willen - das ist ja eine alte Rätselfrage der Philosophie, auf sie soll hier weiter nicht eingegangen werden -, der Zusammenhang zwischen dem Gedanken und der äußeren Handlung, er ist in den tiefen Untergründen des Seelenlebens. Aber gerade in diese tiefen Untergründe des Seelenlebens muss hinabsteigen die Geisteswissenschaft, wenn sie zu übersinnlicher Erkenntnis aufsteigen will. Und indem man immer wieder wiederholt, immer wieder innerlich lebendig macht dasjenige, was Gegenstand der Meditation und Konzentration im Denken ist, indem man so aus innerem Willen, aus starken inneren Seelenkräften heraus immer wieder - auf die Wiederholung kommt es an - dabei vollzieht, was man einmal vollzogen hat, treten andere Verrichtungen des Organismus, als es die des äußeren Handelns sind, in der Seele auf. Es treten in der Seele solche Verrichtungen auf, die sich nicht so vollziehen wie äußere Handlungen, wo wir immer mit unseren Gedanken eingreifen müssen, sondern solche, die sich mit Regelmäßigkeit, ich möchte sagen innerlich automatisch wiederholen.

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