13. Die Übersinnliche Erkenntnis und Ihr Wert für die Menschenseele, Eine Geisteswissenschaftliche Betrachtung im Hinblick auf Unsere Schicksalstragende Zeit
Nun, im äußeren Leben, verehrte Anwesende, sind die Menschen immer wieder und wieder Zeugen, Mithandelnde der Kämpfe, und diese Kämpfe müssen da sein. Wie sonst die Kämpfe durch einen wohltätigen Schleier im Innern der Seele für den einzelnen Menschen verdeckt sind, so müssen wir hineingestellt sein im äußeren, geschichtlichen Leben in diese Kämpfe, aus denen sich dann dasjenige, was äußeres, geschichtliches Lebensgut ist, entwickeln muss. Hat sich dasjenige, was das griechische Leben für die Welt geworden ist, im Kampfe entwickelt gegen die gewaltigen Perserheere, hat sich entwickelt, was vom Römertum, Lateinertum eingewandert ist in die ganze Weltkultur, auf Grundlage harter Kämpfe, so muss sich dasjenige was im faustischen Streben ist - und dieses faustische Streben geht auch bis in diejenige Seelen hinein, die gar nichts vom Faust wissen -, ausbreiten auf einem Boden, der mit dem Blut unserer Edelsten getränkt ist, in einer Luft, die durchsetzt ist mit den Empfindungen, die sich nur heute in unserer schicksalstragenden Zeit entwickeln können.
Cite:
GA 70a/1915-05-06/p061 · edition original